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Trinkwasser HEADING_TITLE

Ein mächtiges Grummeln im Bauch bietet den Auftakt. Es folgen zahlreiche und langwierige Sitzungen auf der Toilette. Rund die Hälfte aller Reisenden leiden unterwegs an Durchfall. Eine der häufigsten Ursachen ist ungereinigtes und verkeimtes Trinkwasser. Doch nicht nur ein einfacher Durchfall durch verschmutztes Wasser kann einen Urlaub zum gesundheitlichen Desaster werden lassen. Auch schwere Krankheiten wie Hepatitis A, Polio, Typhus oder die Amöbenruhr können durch ungereinigtes Wasser übertragen und so zum unerwünschten Mitbringsel des geplanten Traumurlaubs werden. Ganz besonders wer in Gebiete mit einem niedrigeren Hygienestandard, wie Südamerika, Afrika oder Asien, reist, sollte sich schon vor der Reise gründlich über vorbeugende Maßnahmen informieren. Aber auch in Nordamerika etwa kommt das so genannte „Beaver-Fever“ vor, das durch den Organismus Giardia verursacht wird.


Bei der Auswahl der geeigneten Reinigungsmethoden, die den Wunsch nach sauberem Trinkwasser erfüllen sollen, gilt es zunächst einmal herauszufinden, welche Verunreinigungen in dem bereisten Gebiet zu erwarten und zu beseitigen sind. Diese Verschmutzungen lassen sich im Wesentlichen in drei Gruppen einteilen:


1. Schwebstoffe


Dabei handelt es sich, einfach ausgedrückt, um „Dreck“ der sowohl anorganischer (z.B. Sand oder Tonpartikel) als auch organischer (z.B. abgestorbene Pflanzenteile) Herkunft sein kann.


2. Chemikalien


Gefährliche und gesundheitsschädliche Chemikalien können auf verschiedene Weise in das Wasser gelangen. Dabei sind nicht nur direkt eingeleitete Abwässer zu berücksichtigen. Besonders durch den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden in der Landwirtschaft wird Wasser belastet und auch mit dem Regen können Luftschadstoffe in die Gewässer gelangen.


3. Organismen


Im Wasser kommen verschiedene Organismen vor, die zum Teil schwere Krankheiten verursachen können.


Viren


Sie sind die kleinsten Mikroorganismen und von so geringer Größe, dass sie in der Regel durch die handelsüblichen Filter nicht entfernt werden können. Allerdings sind sie auf einen Wirt angewiesen und können sich ohne ihn nicht im Wasser vermehren. Und dieser Wirt wird in der Regel durch den Filter zurückgehalten. Viren können Krankheiten wie Hepatitis oder Typhus verursachen.


Bakterien


Bakterien stellen eine weitere Gruppe dar und sind auf Reisen für die meisten Durchfallerkrankungen verantwortlich.


Ein- und Mehrzeller


Dazu zählen Organismen, die als Parasiten ihr Unwesen in den Eingeweiden leidgeprüfter Touristen treiben. Beispiele sind Amöben, Giardia, Würmer oder auch deren Eier und Larvenstadien. Sie können unterschiedlich schwere Erkrankungen hervorrufen und mit unter nachhaltige Schäden anrichten.


 


Das Problem für den Reisenden besteht nun darin, die richtige Methode für die Reinigung und Entkeimung des Wassers herauszufinden. Abgesehen vom Abkochen steht dem Touristen und Abenteuerreisenden eine breite Auswahl an chemischen Präparaten und mechanischen Filtern bereit. Doch nicht alle Verfahren und Produkte sind für die oben genanten Verunreinigungen gleichermaßen geeignet.


Abkochen


Eine einfache Methode der Entkeimung ist das Abkochen des Wassers. Dazu sollte es auf 100°C erhitzt werden und für mindestens 10 Minuten sprudelnd kochen. So werden alle Mikroorganismen zuverlässig abgetötet. Allerdings werden weder Schwebstoffe noch Chemikalien aus dem Wasser entfernt. Außerdem ist es sehr energieaufwendig und besonders auf Rucksacktouren ist nicht immer möglich den zusätzlichen Brennstoff mitzunehmen, der notwendig ist für die Entkeimung. In großen Höhen muss zudem beachtet werden, dass durch den geringeren Luftdruck das Wasser bereits unter 100°C zu sieden beginnt. Besonders hier ist auf eine lange Kochzeit zu achten, da einige Organismen auch hohe Temperaturen (jedoch unter 100°C) vertragen können.


Chemische Entkeimung und Konservierung


Sie basiert in der Regel auf der Zugabe von Chlor oder Silber. Die Präparate sind als Tabletten, in Pulverform oder als Flüssigkeit erhältlich. Damit sie wirken können, muss das Wasser jedoch frei von Schwebstoffen, also optisch völlig klar sein. In der Regel muss es also zuvor gefiltert werden. Man sollte sich unbedingt an die Dosierungsangaben des Herstellers halten, um eine ausreichende Wirksamkeit zu gewährleisten und eine Überdosierung zu vermeiden. Andere Chemikalien zur Wasserentkeimung sind in Europa nicht zugelassen. Das gilt auch für das in Asien und Amerika häufig verwendete Jod, das nicht nur aus gesundheitlichen Gründen kritisch zu betrachten ist, sondern auch eine massive geschmackliche Beeinträchtigung des Wassers darstellt.


Chlor


Präparate die auf Chlorbasis wirken, bestehen in der Regel aus Natriumhypochlorit oder Calciumhypochlorit. Chlor zerstört die Zellen der Krankheitserreger und tötet sie auf diese Weise ab. Je stärker das Wasser verunreinigt ist, desto mehr Chlor wird dabei verbraucht. Die Einwirkzeit für Chlorpräparate beträgt in der Regel 15-30min (je nach Wassertemperatur).


Allerdings beeinträchtigen einige Chlorentkeimer den Geschmack des Trinkwassers und es ist schließlich nicht jedermanns Sache an einer Flasche seinen Durst zu stillen, die nach Schwimmbad schmeckt (Überdosierung?). Für diesen Fall bieten einige Hersteller Mittel an, die das nicht verbrauchte Chlor in Natriumchlorit binden und so den unangenehmen Geschmack beseitigen.


Chlor wirkt zuverlässig gegen folgende Verunreinigungen: xxx???xxx


Chlorpräparate werden unter folgenden Namen angeboten: xxx???xxx


Silber


In Form von Natriumsilberchloridkomplexen hemmt es den Stoffwechsel von Mikroorganismen. Es findet seinen Einsatz in der Konservierung von bereits gereinigtem Trinkwasser und ist nicht zur zuverlässigen Entkeimung von verunreinigtem Wasser geeignet! Sauberes Trinkwasser wird bis zu einem halben Jahr haltbar gemacht. Der Geschmack des Wassers wird durch Silber nicht beeinflusst.


Silberpräparate werden unter folgenden Namen angeboten: Romin, Micropur, certisil argento, xxxx???xxx


Kombinationspräparate


Häufig werden Chlor und Silber kombiniert, um sowohl eine zuverlässige Entkeimung als auch eine Konservierung des Trikwassers zu gewährleisten. Sie sind für den Einsatz auf Reisen am ehesten zu empfehlen.


Kombinationspräparate sind unter folgenden Namen im Handel: Romin chlor, Micropur forte (???), certisil combina (???)


Filter


Sie bestehen in der Regel aus einem Kunststoffgehäuse, in das ein oder mehrere Filterstufen eingebaut sind. Unterschieden wird in Keramikfilter, Aktivkohlefilter, Membranfilter sowie Filtern mit einer Kunstfaser-Matrix. Ein (Hand-)Pumpenmechanismus presst das Wasser durch den Filter und wird so von Verunreinigungen beseitigt.


Keramikfilter


Die Keramikelemente dieser Filter haben feine Poren (in der Regel mit Durchmessern von 0,2 bis 0,3 Micron (???)), durch die das Wasser gepresst wird. Bakterien, Ein- und Mehrzeller werden zuverlässig zurückgehalten. Allerdings können chemische Verunreinigungen nicht entfernt werden. Einige Hersteller (z.B. Katadyn) durchsetzen ihre Keramikfilter zusätzlich mit Silber, um eine Verkeimung des Filters mit Krankheitserregern zu verhindern. Filter ohne eine solche Silber-Ausrüstung (z.B. MSR) müssen gelegentlich in kochendem Wasser entkeimt werden. Ein großes Problem ist in kalten Regionen (z.B. Hochgebirgen) die Vereisung des Filters. Bildet sich Eis in der Filterkerze, können Keramikfilter „gesprengt“ werden. Zum Teil entstehen nur winzige Risse, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind, von Keimen jedoch passiert werden können. Auch gegen mechanische Belastung sind sie anfällig und können brechen, wenn sie zum Beispiel hart hinfallen. Sollten solche Schäden an der Kerze auftreten, muss man sie unbedingt auswechseln. (Modellbeispiele: Katadyn Pocketfilter, Katadyn Minifilter)


Aktivkohlefilter


Sie sind in der Lage, viele der im Wasser enthaltenen chemischen Verunreinigungen zu entfernen in dem die unerwünschten Chemikalien an die Aktivkohle gebunden werden. Ist die Kohle gesättigt muss der Filtereinsatz gewechselt werden. Auch bessern sie die geschmackliche Qualität des Trinkwassers auf. Allerdings entfernen sie Bakterien und Schwebstoffe nur unzureichend. Die Filterleistung liegt deutlich unter denen von Keramikfiltern. Der Aktivkohlefilter muss also wesentlich öfter ausgewechselt werden. Man unterscheidet zwischen Filtern, die mit Aktivkohlegranulat gefüllt werden und solchen, die mit gepressten Aktivkohleblöcken funktionieren. Das Granulat kann leicht und preiswert gewechselt werden, während die Blöcke wirksamer filtern.


Kunstfaser-Filter


Eine dichte Matrix aus einer Kunstfaser dient hier als Filter für Bakterien und Mikroorganismen. Diese Filter sind unempfindlicher gegen Stöße und Vereisungen als Keramikfilter. Allerdings sind sie nicht vor Verkeimung geschützt und haben eine schwache Durchlaufleistung.


Membran-Filter


Dem MSR-Waterworks Filter ist als letzte Stufe eine Membran nachgeschaltet. Diese Membran soll weitere Sicherheit vor besonders kleinen Keimen bieten und vor der Verkeimung des Filters schützen.


 


Wasserfilter - eine Marktübersicht


 


Katadyn


Mini-Filter Ein kleiner und leichter Pump-Filter für die Reise. Ideal als Notfilter oder wenn man nur geringe Mengen Wasser filtern muss. Er besteht aus einem Kunststoffgehäuse mit Kunsstoff-Pumpstößel und einer Keramikkerze, die gegen Verkeimung mit Silber durchsetzt ist. Er filtert Bakterien, Ein- und Mehrzeller sowie Schwebstoffe zuverlässig aus dem Wasser.


 


Pocket-Filter Er ist größer und mit einem Pumpenstößel aus Metall stabiler konstruiert als der Mini-Filter und auf den harten Expeditionseinsatz ausgelegt. Bakterien, Ein- und Mehrzeller sowie Schwebstoffe werden mit der Keramikkerze (mit Silber) zuverlässig entfernt. Er hat eine höhere Filterleistung als der Mini-Filter.


 


Combi-Filter Hier hat Katadyn eine Keramikkerze (mit Silber) und Aktivkohle-Granulat kombiniert. Damit werden sowohl Bakterien, Ein- und Mehrzeller, Schwebstoffe als auch chemische Verunreinigungen und Geschmackstoffe zuverlässig aus dem Wasser gefiltert.


 


Syphonfilter


 


 


MSR (Mountain Safety Research)


Minifilter In einem einfachen Kunststoffgehäuse sind hier ein Keramikelement und ein Aktivkohleblock kombiniert. Ein preiswerter und zuverlässiger Filter, der Bakterien, Ein- und Mehrzeller, Schwebstoffe und chemische Verunreinigungen und Geschmackstoffe zuverlässig entfernt. Allerdings ist der Filter nicht gegen Verkeimung geschützt und muss gelegentlich ausgekocht werden.


Waterworks Hier haben die Produktentwickler von MSR eine Keramikkerze,


und einen Aktivkohleblock in einem stabilen und schlagfesten Lexan-Gehäuse vereint. Zusätzlich wurde ein Mambranfilter nachgeschaltet, um weitere Sicherheit zu gewährleisten und eine Verkeimung des Filters zu verhindern. Dennoch sollte das Keramik- und Aktivkohleelement gelegentlich abgekocht werden.


Relags


Sweetwater


???


 


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